Durftest du als Kind trauern?
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust – und doch wird sie Kindern oft abgesprochen. „Sei nicht traurig“, „Das war doch nur ein Haustier“ oder „Du bist noch zu klein, um das zu verstehen“ sind Sätze, die viele von uns in der Kindheit gehört haben. Trauer durfte oft nicht sein.
Kinder wurden von Beerdigungen ausgeschlossen, um sie zu „schützen“. Haustiere, die starben oder verschwanden, wurden stillschweigend ersetzt – als könnte man die Trauer einfach übergehen. Doch was passiert, wenn Kinder nicht trauern dürfen? Sie lernen, ihre Gefühle zu unterdrücken, anstatt sie zu verarbeiten.
Heute wissen wir es besser. Trauer gehört zum Leben, und Kinder sollten sie auf ihre eigene Weise ausdrücken dürfen. Es gibt viele Wege, Erinnerungen zu bewahren: Ein gemeinsames Ritual, eine kleine Gedenkecke, eine Kerze für den Verstorbenen oder Erinnerungsschmuck, der die Verbindung spürbar macht. Ein Anhänger mit einer Haarsträhne eines geliebten Menschen oder eines verstorbenen Haustiers, eine Gravur mit einem wichtigen Datum oder ein Schmuckstück mit Asche – all das sind Möglichkeiten, um das gemeinsam Erlebte zu ehren.
Statt Trauer zu verdrängen, sollten wir lernen, sie zuzulassen. Denn Erinnerungen sind kostbar – und es ist wichtig, sie auf eine Weise zu bewahren, die uns Trost spendet.